Auswandererbuch
Von_Ostfriesland_nach_Illinois

Dieses Buch ist 2017 erschienen:

Heino Kok:

Von Ostfriesland nach Illinois

Auswanderer-, Familien-, Pferde- und andere Geschichten (312 Seiten).

Die zweite leicht verbesserte Auflage ist 2018 als Taschenbuch bei

BoD-Books on Demand

Norderstedt veröffentlicht.

Es ist direkt bei Bod oder bei jeder Buchhandlung unter der

ISBN 978-3-7448-9882-9

für 20,00 € zu bestellen.

Die Lebensgeschichten mehrerer ausgewanderter Ostfriesen von ca. 1850 bis in die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts werden beschrieben, die vor dem Hintergrund zweier Weltkriege ungewöhnlich, mitreißend und interessant verliefen. Auch die Ereignisse im Leben der nicht ausgewanderten Familienangehörigen werden dargestellt, um deren Beziehungen zu den anderen zu verdeutlichen.
Die Darstellung wird ergänzt mit vielen geschichtlichen Fakten, Berichten und Abbildungen. Die Folgen des technischen Fortschritts, nicht nur in der Landwirtschaft und im Transportwesen, sondern auch im Militärwesen auf die Entwicklung von Pferdezucht, Viehzucht und Gesellschaft werden beschrieben. Sie spielten eine wichtige Rolle für die Lebensrealität der hier beschriebenen Schicksale.
Die in jahrelanger Recherche gesammelten Fakten, Bilder, Daten, zusammengetragen aus Akten des Niedersächsischen Landesarchivs in Aurich, Ortssippenbüchern der Upstalsboom-Gesellschaft für historische Personenforschung und Bevölkerungsgeschichte in Ostfriesland e. V., Passagierlisten der Auswandererschiffe und Volkszählungen der USA fügen sich zu einer bislang unveröffentlichten Geschichte über Auswanderer und Pferdeexport aus Ostfriesland nach Amerika.
Dabei wird auch über das große Ansehen der ostfriesischen Kutschpferde in den USA über einen Zeitraum von ca. 30 Jahren berichtet und über deren Zurschaustellung auf mehreren Weltausstellungen bis zum Beginn des ersten Weltkrieges, der den Wendepunkt in vielerlei Hinsicht markierte.

Pferde

Kleine Einführung:
Das Buch stellt die Lebensgeschichte von “Jan Oltmanns Kok” (1875-1953) dar, der mit 15 Jahren nach Watseka in Illinois auswanderte. Er ist seinen beiden Onkeln nach Amerika gefolgt, die über ca. 30 Jahre einen regen Handel mit ostfriesischen Kutschpferden von Leer bis Watseka aufbauten und auf den Weltausstellungen in Chicago und St. Louis damit viele Preise gewannen. Der Erste Weltkrieg beendete den Handel abrupt. Jan Oltmanns Kok war schon vorher zum Straßenbauer geworden und baute an den ersten Highways in Illinois mit. Die beiden Weltkriege und die Technisierung veränderten viel an den Lebensbedingungen der Ausgewanderten und der Hiergebliebenen.
Jan wuchs als zweiter Sohn auf dem Pachthof „Metzenherd“ in der Nähe von Pewsum auf und lernte das bäuerliche Leben in der Marsch als Kleinkind kennen. Mit vier Jahren zog er mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Johannes Gerjets nach Hohegaste, einem klei-nen Ort an der Ems bei Leer. Die Familie seiner Mutter betrieb dort zwei Ziegeleien. Er be-suchte die Volksschule der reformierten Kirche in Leer mit wenig Vergnügen, während sein älterer Bruder zum Realgymnasium wechselte. Jan wuchs am Emsdeich bei Hohegaste auf und schaute oft bei der Ziegelproduktion zu. Er sah die Wander-Ziegler aus dem Lipperland hart arbeiten. Er beobachtete die Natur, war viel an der Ems, sah den Schiffsverkehr und war begeistert über den Ausbau des Weges zu einer gepflasterten Straße entlang der Ems. Schon früh half er auf dem Hof seiner Eltern mit und kannte sich in handwerklichen Tätigkeiten aus.
Er erfuhr bald von seinen beiden Onkeln Antoni und Gebhard Oltmanns, wie es in Amerika zuging. Onkel Antoni hatte schon 1883 angefangen, einen Zuchtviehexport nach Amerika aufzubauen. Aber schon bald erkannte er, dass es besser wäre, ostfriesische Kutschpferde nach Illinois zu exportieren. Mit seinen beiden Brüdern gründete er 1885 die Firma „Oltmanns Bros.“ mit Sitz in Watseka in Illinois und Leer, Ostfriesland. Die Firma entwickelte sich schnell zu einem guten Geschäftsmodell. Die Brüder Antoni und Gebhard arbeiteten mit dem ältesten Bruder Oltmann Vietor, der einen Hof bei Leer bewirtschaftete, zusammen. Der suchte die Hengste aus und die anderen beiden Brüder begleiteten abwechselnd die Schiffstransporte über den Atlantik bis New York und dann mit der Bahn über Buffalo bis Chicago. Von dort ging es weiter bis Watseka, einem kleinen Ort an einem Eisenbahnknotenpunkt ca. 70 Meilen südlich von Chicago. Dort hatten die Oltmanns eine Farm gekauft mit reichlich Landflächen unweit des Bahnhofes. Mit verschiedenen Schiffen wurden nun regelmäßig zwei- bis viermal pro Jahr bis zu 50 Pferde nach Illinois transportiert. Schwere ostfriesische und oldenburger Warmblutpferde waren sehr gefragt als Kutschpferde im Transportwesen und als Zugpferde in der Landwirtschaft. Antoni heiratete Elsine Eilberta van Mark aus Amdorf bei Loga und nahm sie mit nach Watseka. Jan war stark beeindruckt und in ihm wuchs der Wunsch zur Auswanderung. Er verließ nach acht Schuljahren die Volksschule und wurde konfirmiert.
Im Februar 1891 hatte Jan sich entschieden: Er war 15 Jahre alt und wollte einen Pferdetransport begleiten. Die Oltmanns suchten immer junge Leute aus der näheren Umgebung, die die Pferde während des Transports begleiteten und versorgten. Nicht ohne Heimweh startete die Reise mit der Bahn über Oldenburg, Bremen bis Hamburg. Mit dabei waren sein Onkel Gebhard Oltmanns und zwei weitere junge Ostfriesen. Mit der Sorrento, einem Segelschiff mit zusätzlichem Dampfantrieb starteten sie zur langen Reise über den Ozean.
 

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